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In the name of love- oder: wie eine Petition die Eifel bewegt

Vor einigen Wochen drangen folgende Worte meines Liebsten aus der Computerecke an mein Ohr: ”so, ich hab´dann mal ´ne Petition gemacht!”

Eine Petition? Wie? Wogegen?

… “die bessere Frage wäre “wofür?” oder “für wen?””

ok, also nochmal gefragt: “Eine Petition, wofür? Und für wen?”

… “für unsere Kinder.”

… “gegen die Akw´s in Cattenom und Tihange”

Wow! Cool! Das ist mal eine Super- Idee!!!

Dass diese Super- Idee zu dem anwachsen würde, was es mittlerweile ist, hätten wir uns nie träumen lassen!

Im Text zur Petition heißt es:

“ Die Unterzeichner dieser Petition fordern die Landesregierung in Rheinland-Pfalz auf, durch Klagen gegen das Atomkraftwerk Cattenom und durch eine Unterstützung der Klage der Städteregion Aachen gegen das Atomkraftwerk Tihange ein deutliches Zeichen zu setzen, sich für den Schutz der Bevölkerung in Rheinland-Pfalz einzusetzen.”

Und weiter:

“… Begründung:

Aufgrund der ausreichend bekannten Störfall-Historien und der technischen Mängel der benannten Atomkraftwerke kann von einer ausreichenden Sicherheit der Anlagen nicht ausgegangen werden.
Das Vertrauen sowohl in die Technik als auch in die handelnden Akteure ist verbraucht.
Die grenzüberschreitende Verunsicherung einer ganzen Region durch nicht vertrauenswürdige Atomkraftwerke soll beendet werden.
Ungeachtet der technischen und wirtschaftlichen Aspekte überwiegen die Interessen der verunsicherten Menschen in Rheinland-Pfalz und allen weiteren gefährdeten Regionen.
.
Für die Landesregierung soll sich aus dieser sehr schlichten und einfachen Petition der klare Auftrag ergeben, hartnäckig und aktiv gegen diese Atomkraftwerke einzutreten. …”

Um das sogenannte Quorum zu erreichen, waren 16.000 Unterschriften von Rheinland- Pfälzern nötig! Eine Erklärung des Begriffes “Quorum” findet sich auf der Seite von “OpenPetition” und ich möchte sie gerne hier zitieren:

“ Quorum

  • Das Quorum gibt an, wie viele Unterschriften nötig sind, damit openPetition von den zuständigen gewählten Vertretern eine Stellungnahme zur Petition einholt.
  • Die Petition kann in jedem Fall übergeben werden, unabhängig davon, ob das Quorum erreicht wird.
  • openPetition berechnet das Quorum für jede Petition, die sich auf eine konkrete Verwaltungsregion bezieht, z.B. ein Bundesland, Landkreis, Gemeindeverband oder eine Stadt.
  • Für das Quorum zählen nur die Unterschriften aus der Region, auf die sich die Petition bezieht.
  • Jede Unterschrift ist wichtig, auch die von außerhalb der Region. Jede Unterschrift erhöht das politische Gewicht der Petition. “

16.000! Das ist schon eine Nummer! Wir hätten wirklich nie zu hoffen gewagt, dass wir diese Nummer schaffen! Doch zahllose Unterstützer fanden sich im Laufe der für 40 Tage angelegten Petition. Gerne verweise ich an dieser Stelle noch einmal auf einen Artikel im Trierischen Volksfreund, der sehr gut wiedergibt, wie es zur Petition kam, und was sich im Rahmen der Petition bis zum Erscheinen des Artikels alles ergeben hat (zum Artikel…)

Zunächst dienten soziale Netzwerke wie “Facebook” und “Twitter” zum Bekanntmachen und Verbreiten der Petition. Zahllose Emails tippte mein Mann, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Auf “Facebook” wurde der Link zur Petition unzählige Male geteilt. Dass prominente Unterstützer, wie unser Landrat Dr. Joachim Streit, für schon fast virale Verbreitung der Petition sorgten, trug sehr zum Erfolg der Petition bei. Besonders großartig auch die vielen Menschen “wie du und ich”, die spontan Unterschriftenlisten ausdruckten und begannen, im Bekanntenkreis, auf Veranstaltungen oder in Geschäften Unterschriften zu sammeln! Plötzlich war diese, anfangs so unmöglich erscheinende, Zahl von 16.000 Unterstützern aus Rheinland- Pfalz, in greifbare Nähe gerutscht. Der Zeitungsartikel hatte nochmal für einen Turboeffekt gesorgt, und am Ende hatte die Petition meines Liebsten am 14.Juni, sechs Tage vor Ablauf der Zeichnungsfrist, die magische 16.000 erreicht!!!

Inzwischen haben über 22.000 Menschen die Petition unterschrieben, davon mehr als 18.000 in Rheinland- Pfalz. Ein unglaublicher, ein großartiger Erfolg! Mehrere Zeitungsartikel sind inzwischen erschienen und letzte Woche kam dann die überraschende Anfrage des SWR aus Mainz zu einem Interview für die Landesschau. Da war die Aufregung im Hause Thömmes groß, denn neben dem Interview mit dem “Vater der Petition” war auch ein Blick auf die Familie, sprich Frau und Söhne, angedacht. Besonders unsere Jungs waren im Aufruhr, waren aber am Ende brav zur Stelle, als dann tatsächlich am vergangenen Montag das Filmteam des SWR an der Tür klingelte. Aufgrund der Tatsache, dass die Ausstrahlung des Beitrages erst nach dem ursprünglichen Enddatum der Petition stattfinden sollte, endschied sich mein Mann dazu, die Petition noch einmal um zwei Wochen zu verlängern. Um all jenen, die erst durch den Fernsehbeitrag auf die Petition aufmerksam würden, die Möglichkeit zu geben, sich mit ihrer Unterschrift an der Petition zu beteiligen.

Den Beitrag aus der Landesschau könnt ihr euch gerne hier anschauen. Ich persönlich finde, er ist sehr gut gelungen und schicke mein herzliches “Dankeschön” an die Macher nach Mainz! Was in der verbleibenden Zeit noch an Stimmen zusammenkommt… wir sind gespannt.

Vergangenes Wochenende hat Olli schon einmal angefangen, Unterschriftenlisten auszudrucken. Zudem hat er alle Kommentare, die sich auf der Seite der Petition angesammelt haben, einzeln ausgedruckt, über 1360 Kommentare!!! Dieser Stapel Papier hat mich besonders bewegt und bewegt mich immer noch! Beweggründe, Ängste, Befürchtungen, Gefühle, dieser Stapel Papier hat nicht nur optisch und haptisch Gewicht, sondern auch seine Aussagekraft wiegt schwer und macht Eindruck. Für mich persönlich ist dies das wertvollste Stück der Petition, das Herzstück! Und auf diesem Weg sage ich es Dir, mein lieber Oliver, noch einmal: eine großartige Idee von Dir, dieses Herzstück zu schaffen, wunderbar und ein Geschenk an jeden einzelnen, der mit seiner Unterschrift auch ein Stück von sich selbst in Form eines Kommentares auf der Seite hinterlassen hat!

Und nun findet sich heute, in der Online- Ausgabe des Trierischen Volksfreundes, dieser Artikel:

“Land will gegen Tihange klagen”

Wir sind einfach nur noch sprachlos!!!

Und eines zeigt dies mal wieder ganz deutlich: wir können etwas bewegen, wenn wir es nur wollen, alle an einem Strang ziehen und nicht locker lassen!

Danke.

Huch, eine neue Kategorie!?

Wie schon so oft, war es wieder einmal wochenlang ruhig im Blog. Dabei gäbe es so viel zu berichten!

Von meiner wiederentdeckten Gartenliebe zum Beispiel… als ich eines schönen Tages in unserer Küche stand und dachte: “bin ich eigentlich verrückt??” Wir haben ein sehr großes Grundstück mit Streuobstwiese und jede Menge Möglichkeiten, sich selbst mit bestem Gemüse, Salat und Kartoffeln zu versorgen. Bei uns war früher immer ein großer Teil des Grundstück als Garten genutzt. Meine Mama baute alles an, was sich nicht wehrte: Bohnen, Möhren, Erbsen, Zwiebeln, Porree, Kohl, Salat, Gurken, Tomaten und und und. Dazu kam ein Großes Stück Garten, das den Kartoffeln vorbehalten war. Darum kümmerte sich immer mein Papa. Außerdem wuchsen Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Rhabarber und sorgten im Sommer für zufriedene Kindermünder.

Im Laufe der Jahre und mit fortschreitendem Alter meiner Eltern wurde der Garten immer kleiner. Zunächst das Kartoffelfeld und nach und nach auch der Rest. Als wir, mein Mann und ich, im Jahre 2000 begannen, mein Elternhaus umzubauen, hegte meine Mama natürlich die Hoffnung, dass sie, mit unserem Einzug, Hilfe im Garten bekommen würde. Dem war jedoch nicht so, denn ich hatte kein Interesse daran, mich während der knappen Freizeit im Garten abzumühen. In den darauffolgenden Jahren war ich tatsächlich nie bereit, mich mit dem Thema Garten auseinander zu setzen. Und so wurde Jahr um Jahr die Fläche reduziert.

Im letzten Jahr kam dann das Projekt “Hochbeet”. In erster Linie, um meiner Mama die Möglichkeit zu bieten, trotz ihres Alters (sie ist inzwischen 81) noch gärtnern zu können. Das 6x1m große Hochbeet bietet viel Platz und bereitet meiner Mama sehr viel Freude! Den Rest des Gartens habe ich so angelegt, dass die Wege nun mit Hackschnitzeln befestigt werden können und man sich keine Arbeit mehr mit Unkraut rupfen machen muss.

Tja, und dann traf mich, quasi aus dem Nichts kommend, die Erkenntnis, dass ich mich unbedingt um den Garten kümmern muss; dass ich Kartoffeln anpflanzen möchte; dass ich wieder einen großen Garten haben möchte; und einhergehend mit der Erkenntnis die Frage: “wo habe ich diesen Teil von mir bloß so lange versteckt?” Es hat sich angefühlt wie eine Befreiung, total irre! Und seitdem… nutze ich jede freie Minute.

Um Kartoffeln anpflanzen zu können, musste ich erst einmal ein Stück Garten zurück erobern. Das heißt, das so gut gewachsene Gras abtragen, um den Boden bearbeiten zu können. Jetzt nicht unbedingt die Spaßarbeit, aber, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg Zwinkerndes Smiley. Und so habe ich es tatsächlich geschafft, zwar erst recht spät, nämlich Anfang Mai, ein paar Reihen Kartoffeln zu pflanzen!

 

 

Nun sind viele Wochen vergangen, die Kartoffeln haben sich viel Zeit gelassen, ehe sie die ersten grünen Fühler nach draußen in die Welt streckten. Aber nun sind sie da!

Auch alles andere wächst und gedeiht prächtig, Bohnen, Brokkoli und Kohlrabi im Garten, Salat, Kräuter, Möhren, Radieschen und Radi neben Zwiebeln, Lauch und Paprika im Hochbeet. Dazu kommen die Tomaten nebst Basilikum im Gewächshaus. Die wiederentdeckte Gärtnerin in mir würde am liebsten nur noch zwischen Grünzeug rumwuseln…

 

Das Regenwetter hat da natürlich immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich hoffe wirklich inständig, dass es nun wettertechnisch dauerhaft besser wird. Heute bin ich allerdings schon ein wenig enttäuscht, denn die versprochene Sonne hat sich bisher noch nicht wirklich blicken lassen. Mal sehen, was der Nachmittag noch bringt.

Auf jeden Fall gibt es noch viiiieeel mehr zu berichten, zum Beispiel darüber, wie ich den Rasenschnitt verwerte, um den Garten damit zu mulchen.

Oder darüber, wie ich nun alles, was sich nicht wert, selber herstelle, vom Spülmaschinenreiniger bis zum Deo- alles “öko” (und unfassbar gut!!)

Oder, wie ich die ein oder andere Fleischereifachverkäuferin im Supermarkt zur Verzweiflung bringe, weil ich mir meine Einkäufe gleich in Tupperdosen füllen lasse (von “dürfen wir das überhaupt?” bis genervtem Augenrollen…), um den Verpackungsmüll zu sparen. Aber zur Ehrenrettung möchte ich gerne sagen, dass mir auch wohlgesonnene Mitarbeiterinnen gegenüber standen, die sich wünschten, alle Kunden würden so einkaufen.

Nicht zuletzt war ich aber auch immer noch zwischendurch als “Frau Bunt” tätig und habe schöne Sachen genäht:

Am Ende möchte ich euch aber gerne meinen nächsten Blogeintrag ans Herz legen. Denn in den letzten Wochen gab es noch eine besondere Sache, die uns sehr beschäftigte und bewegte. Und die es wert ist, einen eigenen Blogeitrag zu bekommen: vielen ist sie schon bekannt und viele haben mit ihrer Unterschrift ihre Zustimmung mitgeteilt: natürlich spreche ich von der Petition, die mein Mann vor ein paar Wochen online gestellt hat. Morgen werdet ihr an dieser Stelle mehr dazu lesen können! Wer noch nicht weiß, worum es geht, darf sich gerne schon mal hier ein Bild davon machen!

Also, liebste Grüße in die Runde und bis morgen Smiley