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Weil es so unfassbar wichtig ist…

… sitze ich nun am PC statt an meiner Nähmaschine. Ja, ich habe eigentlich gerade gar keine Zeit für einen Blogeintrag, so überhaupt keine Zeit! Denn vor mir liegen vier große Märkte, jeweils zweitägig, der erste findet in zwei Wochen statt. Ich muss also jede Menge nähen. Daneben wartet im Garten, es ist ja schließlich Herbst, ein Haufen Arbeit. Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass die Steuererklärung noch gemacht werden muss- ja, hatte ich erfolgreich verdrängt!  Aber es nutzt alles nichts, ich muss mir nun Zeit für diesen Eintrag nehmen, denn mein Kopf lässt mir sowieso keine Ruhe damit!

Seit nun mehr als einem Jahr beschäftige ich mich, mal mehr mal weniger intensiv, mit den Themen ökologische Landwirtschaft, Selbstversorgung, Müllvermeidung, alternative Lebensweisen und und und. Ein breites Spektrum mit Unmengen an Informationen, eine Flut erschreckender Tatsachen und eine ebensolche Flut mutmachender Beispiele habe ich mir zu Gemüte geführt und meine Schlüsse daraus gezogen. Finde mich selbst wieder in so vielen Dingen und frage mich, warum die weitverbreitete Meinung immer noch dahin geht zu behaupten, man könne selbst doch so gar nichts ändern. Ein absoluter Irrglaube, denn es gibt so unglaublich viel, was man tun kann, so viele Bereiche, in denen man kleine oder große Dinge ändern kann. Und demnach verhält es sich passenderweise auch bei uns Menschen: es gibt die Visionäre und Macher, die in der Lage sind, Großes zu tun und es gibt die vielen vielen anderen, die mit kleinen Schritten, kleinen Taten beginnen und auch damit in der Summe so viel erreichen können. Wir müssen uns nur bewusst machen, was wir wollen. Und für den Anfang reicht es meiner Meinung nach schon völlig, wenn man mit kleinen Schritten beginnt. Zum Beispiel:

Du möchtest weniger Müll produzieren? Handle danach: kauf in unverpackt- Läden ein; nimm Vorratsdosen mit in den Supermarkt und lass dir deine Fleisch- und Käsewaren gleich in die Dose legen ( es ist gesetzlich erlaubt: der Behälter darf nur nicht hinter der Bedientheke sein- oben auf der Ablagefläche geht- und man muss die Ware selbst in den Behälter ablegen); kauf deine Getränke in Mehrwegflaschen, am besten sogar in Glasflaschen; Gemüse und Obst brauchen keine Umverpackung aus Plastik, also lass die Plastiktüten weg ( es gibt inzwischen leichte gewebte Netze zu kaufen, die du immer wieder verwenden kannst oder du nähst dir selber welche Smiley )… es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, und wenn du einmal angefangen hast, wirst du sicherlich damit weitermachen.

Du möchtest bewusster und weniger konsumieren? Denke genau darüber nach, was du wirklich brauchst und ob du etwas wirklich haben musst. Viele von uns konsumieren aus Gewohnheit, weil sie es können und warum sollten sie auch nicht? Es steht ja jedem zu, natürlich. Aber sich einmal Gedanken darüber zu machen, warum man in der Form konsumiert, wie man es tut, oder zu hinterfragen, wo der günstige Preis von etwas herrührt. Wurde es fair hergestellt? Wie sieht es mit den Umweltfaktoren bei der Herstellung aus? Kann ich dieses oder jenes regional kaufen? Die Liste der Dinge, die man hinterfragen könnte ist lang und natürlich ist die Liste der Gegenargumente ebenso lang. Angefangen mit: “ich kann mir die “guten” Produkte nicht leisten” über “wenn man so anfängt, kann man gar nichts mehr essen” oder “ich habe keine Zeit, mich damit zu beschäftigen und ändern kann ich sowieso nichts”. Auch hier sage ich: fang klein an, such Dir wenigstens eine Sache aus, von der du denkst, dass es für dich möglich ist, dein Verhalten zu ändern. Man muss nicht alles auf einmal machen, lieber Babyschrittchen als gar keine!! In der Regel ist es auch hier so, dass mit der Zeit die Schritte größer und selbstbewusster werden.

Du willst weg von industriell hergestellten Artikeln hin zu mehr Natürlichkeit? Putz- und Waschmittel, Pflegeprodukte und Nahrungsmittel aus industrieller Produktion sind teilweise vollgepumpt mit Stoffen, die uns nicht guttun. Der Einsatz von Mikroplastik in Duschgels und Shampoos ist erschreckend! Doch es gibt für alles Alternativen. Verbunden mit ein bisschen Arbeitsaufwand kannst du vieles selbst herstellen, wenn du das möchtest. Es gibt Bücher und Internetseiten, die dir toll und ausführlich erklären, wie du das machen kannst. Vieles davon habe ich selber schon getestet und ich kaufe seit langem zum Beispiel kein Waschmittel mehr, kein Spülmaschinenreinigungsmittel, kein Putzmittel und für mich selbst weder Shampoo noch Duschgel noch Deo ein. Und es braucht keine komplizierten Zutaten dazu. Eben nur ein bisschen Zeit, mehr nicht. Wer dazu Fragen hat, frag mich gerne, ruf mich an, schreib mir eine Email oder sprich mich darauf an, wenn wir uns begegnen. ( wie ich wasche könnt ihr gerne hier nachlesen)

Du bist gegen den Einsatz von Pestiziden? Beteilige dich an Petitionen. Geh auf Demos. Schau nicht weg sondern werde aktiv. Diskutiere mit oder teile Beiträge, die sich damit befassen. Glaube nicht denjenigen, die die Fäden der Macht in der Hand halten!

Wer etwas ändern möchte, muss raus aus der Komfortzone, das ist wohl richtig. Aber lasst es euch gesagt sein, das ist gar nicht so schlimm!! Informiert euch, lest, schaut euch Reportagen an, was auch immer und entscheidet euch dann, an welcher Stelle ihr euren Schritt raus aus der Komfortzone machen möchtet, aber macht irgendeinen. Es bringt euch weiter, Stillstand mag bequem sein aber ist doch sooo langweilig Zwinkerndes Smiley.

Und dann kommt noch ein, für mich persönlich, ganz wichtiger Aspekt dazu: kann ich mein Handeln vor meinem eigenen Gewissen verantworten? Das zu hinterfragen ist mein mir selbst auferlegter Job. Und das würde ich auch als Empfehlung an jeden weitergeben. Wir können nicht erwarten, dass sich die Menschheit in diese oder jene Richtung entwickelt. Aber wir können ein gutes Beispiel sein und sollten unser Handeln hinterfragen, im Bewusstsein der Verantwortung, die wir tragen. Jeder für sich selbst. Und wenn wir das tun, wird sich automatisch vieles ändern. Und wenn wir das zulassen, dann merken wir auch, dass es nicht umsonst ist, dass es doch etwas bringt. Und wir stellen fest, dass wir nicht alleine sind. Das muss ich nämlich auch sagen, und das macht mir unheimlich viel Mut: wenn man anfängt, sich mit all diesen Themen zu befassen, findet man an allen Ecken wunderbare, mutmachende Beispiele! Menschen, die einfach machen. Menschen, die sich nicht verbiegen lassen und für ihre Sache einstehen. Und es werden immer mehr! Und deswegen glaube ich auch daran, dass noch lange nicht alles verloren ist!

Wir haben, wenn wir es wollen, so viel Kraft, positive Kraft. Ich wähle hier bewusst nicht den Begriff “Macht”. Denn Macht zu haben ist eine gefährliche Angelegenheit. Und die Aussicht auf Machtverlust ist noch viel gefährlicher! Denn dort herrschen Lügen und Betrug, Korruption und Bestechung, Ausbeutung und Menschenverachtung… Das ist es, dem entgegenzuwirken ist. Als steter Tropfen den Stein zu höhlen auf dem ein Machtgefüge gebaut ist.                                                                                                                                                                                                                                                                                     Lasst uns die steten Tropfen sein! Der nervende Wasserhahn, dessen Dichtung sich nicht mehr reparieren lässt! Jeder nach seinen Fähigkeiten, kleine oder große Tropfen, schnell oder langsam, Hauptsache stetig!

Am Ende möchte ich nun noch eine kleine Liste anhängen, mit ein paar Leseempfehlungen, ein paar Links zu Seiten oder Videos, die ich für wichtig halte, Filmtipps… nur eine kleine Auswahl, es gäbe noch so viel mehr… Schaut es euch an, vielleicht ist ja das ein oder andere für euch dabei. Und noch eine große Bitte, da mir dieser Blogeintrag wirklich sehr wichtig ist, teilt ihn mit euren Freunden, Bekannten, Familie wem auch immer,

vielen, vielen Dank <3

 

Websites/Beiträge:

http://www.umweltinstitut.org/home/ Die Seite des Umweltinstituts München

https://utopia.de/

https://www.smarticular.net/ unfassbar viele Lösungen und Rezepte für Selbermacher, auch die Bücher, s.u., sind absolut empfehlenswert

http://www.zerowastelifestyle.de/

http://sila.lu/sila.lu/hello.html Tanja von sila.lu gibt unter anderem Workshops, wie man Putz- und Pflegemittel selber herstellen kann.

https://experimentselbstversorgung.net/

https://www.openpetition.de/ Mach deine eigene Petition!

http://www.manomama.de/ Faire und ökologische Mode made in Germany

https://experimentselbstversorgung.net/der-wandel-zum-weniger-ist-greifbar-nahe/ ein wunderbarer Beitrag über Wandel

 

Filme/ Videos:

http://www.tomorrow-derfilm.de/

https://www.arte.tv/de/videos/069081-000-A/roundup-der-prozess/

https://www.facebook.com/REbyARTE/videos/10155089573928869/

http://tastethewaste.com/info/film

http://10milliarden-derfilm.de/

https://www.youtube.com/watch?v=0pioDyedC-0&feature=share ein kleiner, feiner Beitrag darüber, wie es in der Landwirtschaft auch ohne Glyphosat gehen kann

 

Bücher:

Das Wunder von Mals- Alexander Schiebel

Fairarscht- Sina Trinkwalder

Es ist genug da für alle- Felix zu Löwenstein

Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie

Selber machen statt kaufen- Küche

 

Regional einkaufen:

Antoniushof- Milch und Eier direkt vom Erzeuger

200 mal- “Frau Bunt” und Karl Marx

In diesem Sommer wurde ich von einer kleinen kreativen Krise heimgesucht. Tatsächlich. Die Nähmaschine rief mich nicht mehr, ich vermisste sie nicht, viel schlimmer noch, ich wollte erst gar nicht zu ihr hin! Nicht, dass ich das nicht kennen würde. Ab und zu hat man das ja, mal ein- zwei Tage zwischendurch und dann ist es wieder gut. Aber nein, so war es dieses Mal nicht. Es hielt über Wochen (!!!) an und ich wusste wirklich nicht, was mit mir los war. Musste ich alles anzweifeln? Glaubte ich immer noch an das alles? Ich kann`s euch sagen, das war sehr beunruhigend für mich, da ich mich doch ansonsten immer über jeden Zweifel erhaben fühle. Und sollte das einmal nicht der Fall, dann schlafe ich eine Nacht darüber und am nächsten Morgen ist wieder alles gut… tja, und wenn dann plötzlich selbst das “darüber schlafen”  nichts hilft… ?

Mittenhinein in diese “Sinnfindungskrise” fiel ein Anruf. Eine junge Frau, die für die Friedrich- Ebert- Stiftung/ Karl- Marx- Haus in Trier arbeitet, war am anderen Ende der Leitung. Ihre Anfrage, ob es für mich möglich sei, 200 Schlüsselanhänger aus Veranstaltungsbannern des Karl- Marx- Hauses anzufertigen, überraschte und erfreute mich gleichermaßen. Da das für mich natürlich möglich war, kam ich ihrer Bitte um ein Angebot gerne nach. “Wow,” dachte ich “wie cool wäre das denn??” und versuchte mich nicht schon zu sehr zu freuen, denn ich wusste ja nicht, ob noch jemand anderes um den Auftrag im Rennen war. Doch, ich musste mich nicht lange zurück halten, denn ich bekam den Auftrag. 200 Schlüsselanhänger aus recycelten Bannern, versehen mit einem Band mit der Aufschrift #marx2018. Ein bisschen Fleißarbeit, ja, aber einfach ein toller Auftrag!

Und ein großer Schritt raus aus der Sinnkrise! Denn, wenn man so einen Auftrag bekommt, dann muss es doch richtig sein, was man tut, oder?

Ich kümmerte mich gleich um alles, was ich dafür brauchte. Die Bänder mussten bestellt werden sowie neue Füllwatte. Schlüsselringe hatte ich noch genug. Mein Mann brachte die Banner mit, die mir von Seiten des Karl- Marx- Hauses zur Verfügung gestellt wurden. Und dann machten wir erst einmal Urlaub!

Als ich nach unserem sehr sehr schönen Urlaub ( wir feierten unter anderem unseren 20. Hochzeitstag mit einer Gartenparty und waren zum Campen in den Vogesen- hach…) nach Wochen der Abstinenz wieder an meiner Nähmaschine saß, fielen auch die letzten Zweifel, die von meiner “Sommerkrise” noch übrig geblieben waren, von mir ab. Ich war wieder “zuhause”.

Zunächst war eine Wickeltasche zu nähen. Eine Cousine meines Mannes hatte für Familienzuwachs gesorgt, der Kleine kam als Frühchen zur Welt und so wurde die für einen späteren Termin georderte Wickeltasche auch früher fällig. Danach begann ich mit dem Zuschnitt für die 200 Schlüsselanhänger. 200 Teile, die mit dem Band #marx2018 versehen werden sollten, 200 Teile für die andere Seite.

Damit war schon viel Fleißarbeit erledigt. Aber es machte auch sehr viel Spaß beim Zuschnitt besondere Ausschnitte zu finden, und es sind wirklich einige extra schöne Stücke dabei heraus gekommen, wie ich finde! Und dann… war erst einmal viel viel Nähen angesagt…

Den nächsten Arbeitsschritt konnte ich abends auf der Couch erledigen. Beim Ausstopfen mit Füllwatte bedarf es keiner besonderen Konzentration, das geht am Abend, auch bei leichter Ermüdung, noch sehr gut Zwinkerndes Smiley.

Heute vor einer Woche bin ich mit dem Auftrag fertig geworden! 200 Schlüsselringe habe ich noch eingenäht und danach die Endkontrolle durchgeführt Smiley. Das muss schließlich auch sein.

 

Und dann, dann durften die Schönsten auf´s Abschlußfoto:

Die als Give- Away bestimmten Schlüsselanhänger sind seit Dienstag ausgeliefert. Ich hatte viel Freude mit dem Auftrag ( zumindest meistens Zwinkerndes Smiley ) und könnte mir durchaus vorstellen, hin und wieder etwas in der Art zu machen. Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja in Zukunft noch einmal ein ähnlicher Auftrag.

Mit meiner neu gewonnenen Motivation bin ich auch wieder gut gerüstet, um für die bevorstehende Herbst- und Weihnachtssaison neue Ware zu produzieren. Der erste Markttermin der kommt, ist das Viezfest in Echternach. Schon im letzten Jahr war NaniNono Teil des Hobbymaart auf dem schönen Marktplatz in Echternach. Am Samstag, den 07.10., und Sonntag, den 08.10., wird dort in einer großen Kelter frischer Viez gepresst, den man auch käuflich erwerben kann. Der Hobbymaart am Viezfest ist dazu eine schöne Bereicherung. Alle weiteren Termine mit NaniNono könnt ihr wie immer in den “Terminen” sehen.

Für´s erste wünsche ich euch nun ein wunderschönes Wochenende, lasst es euch gut gehen und vielleicht… bis bald Smiley.